Das Jagdhorn

Das Jagdhornblasen hat eine lange Tradition und diente ursprünglich zur Verständigung der Jäger über größere Distanzen.

Aus den damals üblichen einfachen Tönen wurden im Laufe der Zeit ganze Signalmelodien. Auch heute noch, in Zeiten von Armbanduhr und Handy, werden die Signale zum Anblasen der Jagd oder zum Jagdende ebenso genutzt wie zum traditionellen Verblasen der Jagdstrecke nach einer erfolgreichen Jagd. Bei diesen sogenannten Totsignalen gibt es für die verschiedenen Wildarten eigene Melodien, anhand derer der geübte Zuhörer erkennen kann, welches Wild erfolgreich bejagt wurde. 

Historischer Überblick 

Schon in grauer Vorzeit verständigten sich die Jäger mit einstimmigen Signalen aus einem Horn von einem Stier- oder Ochsenhorn oder einem Elefantenzahn, auch „Olifant“ genannt und waren bis ins hohe Mittelalter mit gleich hohen Tönen in unterschiedlicher Tondauer im Einsatz. Im 18. Jht. haben dann Metallhörner die Tierhörner abgelöst, bei unterschiedlicher Rohrlänge, Handlichkeit und musikal. Möglichkeiten. 

Das kurze Signalhorn blieb im Fürst-Pleßhorn bis in unsere Tage erhalten. Mit einer Rohrlänge von ca. 1,50m und einem Tonumfang von 5 Tönen bietet es die Möglichkeit, einer einfachen, aber einprägsamen Melodiengestaltung. 

Im 17. und 18. Jht. hat sich das große Jagdhorn, auch Parforcehorn genannt, in Frankreich bei den höfischen Reitjagden durchgesetzt. Da es großwindiger war, mit 4.50m Rohrlänge auch über der Schulter getragen werden konnte, spielte das größere Gewicht keine Rolle und die Hände waren frei. Aufgrund der größeren Rohrlänge, war auch ein größerer Ausschnitt aus der Naturtonreihe möglich, zu blasen. 

Im 19. Jht. wurde das große Horn aus dem Jagdbetrieb in Deutschland verdrängt, die Parforcejagden wurden verboten. Der Bürger erhielt das Jagdrecht und bevorzugte als „Jäger zu Fuß“ aus praktischen Gründen das kleine Signalhorn, ab 1870 das Fürst-Plesshorn. Das große, das Parforcehorn, hat sich erst wieder nach 1970 in Deutschland und den Nachbarländern durchgesetzt, während es in Frankreich ohne Unterbrechung im Einsatz war, vorwiegend in D-dur. 

In der frühen Barockzeit wollte man dem Horn eine umfangreichere musikal. Verwendungsmöglichkeit geben. Unterstützt von den Komponisten der Klassik und Romantik, die das Jagdhorn gerne in bereits blühende Orchestermusik einfügen wollten, wurden die Modelle entwickelt, mit denen außer den Naturtönen auch andere Töne erzeugt werden konnten. Etwa um 1820 wurde der entscheidende Schritt mit dem Einbau von Ventilen getan. Damit konnten die Hörner auch alle Zwischentöne blasen, das Konzert-Waldhorn war geboren, die musikal. Trennung von Jagdhorn und Konzerthorn war vollzogen. 

Aber die Entwicklung bei den reinen Jagdhörnern blieb nicht stehen. So hat sich die Jagdmusik vom Signalblasen zur konzertanten und sogar zur virtuosen Jagdmusik weiterentwickelt und findet besonders beim Gruppenblasen mit Fürst-Pless- und Parforcehorn seinen positiven Niederschlag. Die Ausrichtung einer Bläsergruppe, mit all ihren Chancen der Klangfülle, liegen also in der Kombination von kleinem und großem Horn. 

Erstellt am 25.03.2014
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